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GEGENWÄRTIG

Prof. Dr. E. Pöppel hat die Gegenwart gemessen.

DREI SEKUNDEN, sagt die Hirnforschung – danach ist die Gegenwart schon wieder Vergangenheit. Unter der Inventarnummer 1994-157000 hat das Deutsche Museum Bonn das Messgerät katalogisiert, mit dem der Psychologe Ernst Poppel von der Uni München diesen Wert 1967 ermittelte.

Testpersonen mussten dazu ihre individuelle Einschätzung abgeben, was sie als „Jetzt” empfanden.
Die Drei-Sekunden-Taktung des Bewusstseins ist noch heute Stand der Wissenschaft: Unser Gehirn beschäftigt sich drei Sekunden lang mit einer Sache und verschmilzt in dieser Zeit alle Sinneswahrnehmungen zu einem Gesamteindruck. Dann prüft es, ob ein Wechsel zu anderen Aufgaben sinnvoll ist oder das bisherige Thema weiterbearbeitet werden soll.

Werden wir innerhalb dieser drei Sekunden unterbrochen, wird unser „Arbeitsspeicher” gelöscht. Kleinere Einheiten als drei Sekunden hinterlassen keine Spuren in unserem Gedächtnis. Anders ausgedrückt: Das Gehirn konstruiert sich gemessen die Welt alle drei Sekunden zu einem neuen „Jetzt”, weil es die Sinneseindrücke in einem kürzeren Zeitraum nicht entschlüsseln kann. Übrigens gibt es in allen Sprachen einen Rhythmus, der auf dieses Drei-Sekunden-Fenster eingestellt ist: Eine gesprochene Verszeile ohne Zäsur ist nie länger als drei Sekunden.

PM 07/2009

MENTALTRAINING ein Corporateblog der Mentalakademie
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