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Alex Antonitsch, Markus Eggetsberger: Das Mentaltraining der Sieger

Carl Ueberreuter Verlag, Wien 2008

Das neueste Buch am Markt über Mentaltraining: Ich musste es haben!! Der Titel spricht mich im ersten Moment total an, denn wer will sich nicht mit Siegern identifizieren?? Im zweiten Moment erwacht schon mein kritischer Geist als Mentaltrainerin, wird doch mit dem Titel AUCH die Information mitgeliefert, dass Mentaltraining nicht für Jedermann und Jedefrau ist….

Nach Eigendefinition der Autoren ist der Buchinhalt ein Trainingsprogramm der Psychonetik-Methode und ein Absprechen des Übungsprogramms mit einem Arzt wird mehrmals empfohlen. Interessant weiter auch ihre Aussage, dass das Buch nicht nur Fehler und Missstände aufzeigen soll, sondern va. auch leicht zugängliche Lösungen mit auf den Weg geben will (S. 173). Es lebe der Individualität, kann ich da drauf nur sagen!!

Und so beginnt dieses Buch auch bald einem Diätbuch mit Tipps zu gleichen, nur eben für die mentale Ebene. Die Antwort auf die Frage, wie man zum ausreichenden Motivations-Schubs kommt, um die zweifelsohne guten und empfehlenswerten Übungen (va. Atemtechniken) tagtäglich mehrmals nachzumachen, die jedenfalls bleiben die Autoren mehr als schuldig. Und so verstärkt sich der Eindruck eines Ratgeber-Buches nochmals.

Der Ansatz dieser beiden Herren ist sehr medizinisch-technisch und messbar, aber selbst aus diesem Blickwinkel heraus wird der Mensch nicht ganzheitlich betrachtet: Es fehlt mir die Auseinandersetzung mit stressbedingten Krankheiten bzw. psychosomatischen Erscheinungsbildern. Allerdings muss man sicherlich anerkennen, dass gerade durch die vielen Messergebnisse und Untersuchungen wichtige Erkenntnisse gewonnen, und daraus wiederum entsprechende Körperübungen entwickelt werden konnten.

Die Wichtigkeit des Hier und Jetzt wird angesprochen, die Wichtigkeit des Loslassens ebenso. Leider fehlt die spirituelle Ebene komplett. Beispiel: “Neurologisch gesehen ist Glück also nichts anderes als elektrische Impulse und Aufladungen in bestimmten Bereichen unseres Gehirns.” (S. 158) Na bitte.

Das Ganze ähnelt wirklich einem Trainingsprogramm für Spitzensportler, Gefühle bleiben total auf der Strecke und werden als wichtiger Faktor einfach nicht berücksichtigt. Das Kapitel “Lernen” mit zehn Seiten ledeglich ein Anhängsel, das deswegen nicht ausgelassen worden ist, weil so viele Nachfragen diesbezüglich waren…

Im Schlussteil gibt es einen wissenschaftlichen Anhang, der populärwissenschaftlich schwierige Inhalte möglichst verständlich erklärt, zum Beispiel Aufbau und Funktion des Gehirns.

Weiters (k)eine Literaturliste mit äußerst wenigen, total veraltete Quellen. Die meisten davon sind jedoch Marke “Eigenbau” und stammen von den Autoren selbst.

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