Hat man einmal das Fastenritual verinnerlicht, gleichen sich die Tage zumindest in Bezug auf die Körperversorgung: Unmengen trinken( Wasser, Tee, Fastenbrühe, Säfte frisch gepresst) Darmreinigung, Ruhe, Leberwickel, Aktivitäten wie Spazierengehen, laufen oder was man eben gerne möchte! War der erste und zweite Fastentag noch geprägt von Müdigkeit, spüre ich seit gestern wundervolle Energie in mir aufsteigen! Je länger das Fasten andauert umso mehr Aktivität fühle ich in mir, weil der Prozeß der Verdauung wegfällt und dadurch überschüssige Energie bereitsteht. Für? Zum Beispiel: ausmisten, nicht nur im Körper sondern auch im Haus. Raus mit allem unnötigen Zeugs, Platz machen für Neues, oder einfach nur Raum schaffen! Ein herrliches Gefühl!
Es gibt nach meiner Erfahrung ein paar sehr wichtige mentale Tricks, die mich diese Fastenzeit ganz locker und entspannt erleben lassen.
Mit folgenden Gedanken beginne ich diese Zeit: das Jahr hat 365 Tage in denen ich mich wundervoll ernähre, ich esse was ich möchte und was mir schmeckt. Ich bin in der glücklichen Lage, daß ich nicht am Essen sparen muss und liebe es zu essen und zu kochen. Wenn ich in 365 Tagen die läppischen 10 Tage (z.B. 7 Fasten- u. 3 Aufbautage) nichts esse, bleiben mir immer noch 355 Tage zum Genuß. Welches Verhältnis in Relation zum Nutzen, den es mir bringt? Durch das Fasten bin ich wesentlich widerstandsfähiger geworden, so gut wie nie krank! Abgesehen von dem wundervollen Gefühl der Freiheit, das mir diese Zeit vermittelt. Die Freiheit und Gewissheit mit ganz, ganz wenig im Leben auskommen zu können.
Eine weitere Affirmation in dieser Zeit ist folgende: wie gesagt bedeutet fasten nicht hungern, vorausgesetzt man hält die wichtigen Fastenregeln ein. Ich verspüre absolut keinen Hunger, falls doch, trinke ich noch mehr und der Resthunger vergeht rasch. Selbstverständlich habe ich Gusto und auch Sehnsucht nach verschiedenen Dingen, die ich gerne mag. Hier “rette” ich mich mit folgendem Selbstgespräch: “Schau, daß …. hast du schon x-Male gegessen und du wirst es nachher ebenso x -Male essen. Jetzt gerade aber nicht!” Einfach, aber es wirkt bei mir wahre Wunder.
Ablenkung ist natürlich wichtig. Ich beschäftige mich mit schönen Dingen und vermeide Kochbücher und Kochsendungen, die ich sonst ganz gerne mag.
Ich sehe gerade, daß doch noch die Sonne ein wenig herauskommt nach einem total verregneten Tag ….. ich mache rasch einen kleinen Spaziergang!
Hallo dolores,
danke für den Einblick in dein Fasten. Da bekomme ich auch so richtig Lust darauf. Wie oft hast du es schon gefastet und was kannst du einer Anfängerin empfehlen?
Freue mich auf deine Beiträge.
Liebe Grüße
Lavera
Guten Morgen Lavera!
Ich faste schon ca 15 Mal in den letzten 20 Jahren, aber auch dazwischen mit jahrelanger Unterbrechung. Jeweils im Frühling oder Herbst, oder beides. Ich hab Fastenwochen gehabt mit Arbeit und Stress, mit kleinen Kindern im Schlepptau, die letzten drei Jahre allerdings ganz in Ruhe, ohne Streß und Arbeit und kann aus heutiger Sicht sagen, das ist ein riesen Unterschied. Wenn man sich dazu entschließt und einen stressigen Job hat, sollte man unbedingt Urlaub nehmen. Für mich ist diese Fastenwoche wie Urlaub!
Als Fasteneinsteiger kann ich empfehlen die Bücher von Rüdiger Dahlke: das große Buch vom Fasten und den kleinen praktischen Ratgeber von Dr. Lützke: Wie neugeboren mit Fasten. Beide Bücher ein absolutes Muss, es werden wirklich alle Fragen darin beantwortet.
Es ist so wie mit allen Dingen du musst einfach austesten, ob es “dein” Weg ist. Meiner ist es in jedem Fall, ich liebe es, meinen Schweinehund zu überlisten, ich liebe es von Tag zu Tag zu bemerken, wie ich kräftiger, stabiler und friedlicher und fröhlicher werde, ich liebe es wenn ich spüre, wie der Körper leichter wird, die Magenprobleme einfach futsch sind.
Dazu mußt du wissen, daß ich ein totaler Vielfraß bin und noch nie eine Diät oder soetwas gemacht habe, weil ich das total ablehne: ich will essen was und wieviel ich will. Nach jedem Fasten bleibt jedoch ein wenig mehr an “Eßvernunft” bei mir zurück und mein Eßverhalten hat sich in den letzten drei Jahren sicher wesentlich verbessert.
Nur noch kurz ein organisatorischer Tipp: ich bestimme ein Datum, wo ich mit dem Fasten beginnen will – einige sagen, es ist besonders gut bei Vollmond zu beginnen, ich persönlich sehe nicht viel Unterschied zu anderen Tagen – ich wähle eine Zeit aus, in der ich keine Einladungen, Feste, oä habe und lasse im Kalender ca. 2 Wochen frei. Denn wenn es mir nach 5 Fastentagen total gut geht, will ich nicht aufhören, sondern mache weiter, manchmal 7 oder 8 Tage und besonders wichtig ist ja die Aufbauzeit.
So, hoffe das war nicht zuviel auf einmal? Ich freu mich sehr, wenn ich dir helfen kann und freu mich jederzeit auf Fragen!
Schönen Tag, viel Sonne und wenig Stress
lg dolores