Am Mittwoch hab ich begonnen zu fasten. Fasten bedeutet nicht Nulldiät. Fasten ist eine Einstellung, ein Ritual, den Körper, aber vorallem auch den Geist und die Seele zu reinigen und damit zu erneuern. Jahrelang hatte ich es bereits in mein Leben integriert, als es mir dann auch wieder jahrelang verloren ging.
Nun hab ich es wieder für mich entdeckt und ich genieße das Fasten noch mehr als je zuvor. Als Literatur für Fasteninteressierte kann ich wärmstens Dahlke, Lützner und Buchinger empfehlen, das Studium ihrer Fastenratgeber baut im Vorhinein schon so richtig auf und alle Fragen und Techniken werden darinnen ausführlich beantwortet. Es besteht auch die Möglichkeit eine Fastenbegleitung in Anspruch zu nehmen, hier kann man in einer Gruppe Gleichgesinnter die Fastenzeit miteinander erleben. Ich persönlich ziehe das Fasten im Alleingang vor und hab schon durch meine früheren Fastenzeiten das nötige Vertrauen in dieses wundervolle Ritual und vorallem in meinen Körper gefunden.
Nicht jeder Fastenverlauf ist gleich. Da ich in jeder Fastenwoche ein Tagebuch schreibe, kann ich gut vergleichen wie ich die jeweilige Fastenzeit erlebt habe. Ich möchte in den nächsten Tagen dieses Fastentagebuch hier im Blog veröffentlichen. Es kann sein, daß der eine oder andere sich mit dem Gedanken trägt zu fasten und da soll dieses Tagebuch zur Motivation dienen.
Am Mittwoch war der sogenannte: Entlastungstag. An diesem Tag werden ca 1,5 kg Obst oder Rohkost gegessen. Das ist erstmal eine “leichte Übung” obwohl es leider jetzt noch nicht so wirklich gutes, knackiges Gemüse und Obst am Markt gibt. Getrunken hab ich literweise Wasser, Tee und frisch gepressten Saft aus Karotten, Äpfel und Orangen. Normalerweise sollte man den Saft verdünnen, das mach ich aber nicht, ich trinke ihn in ganz kleinen Schlucken auch während der gesamten Fastenzeit am Vormittag.
Ich war sehr müde an diesem Mittwoch und konnte mich nicht wirklich aufraffen, Sport zu machen oder auch nur spazieren zu gehen. Was solls? Muß ja nicht sein. Einfach alles zulassen, wie es ist. Jedenfalls hab ich beschlossen erstmals das Fasten mit Glaubersalz zu beginnen und fuhr noch in die Apotheke, um mir eines zu besorgen.
Das berühmt, berüchtigte Glaubersalz … als Auftakt fürs Fasten! Da ich in allen bisherigen Fastenwochen die natürliche Einlaufmethode dem “glaubern” vorzog, wollte ich es trotzdem auch einmal erlebt haben und stürzte mich mutig ins Abenteuer.
Der erste Fastentag begann eher untypisch, denn ich kochte meinem Sohn Nino Cevapcici, als er von einer Nacht im Musikstudio hungrig um 6 Uhr früh heimkam
Das ist natürlich nicht der richtige Fastenbeginn, aber geistig gestärkt und vorbereitet auf Verzicht, störte mich das überhaupt nicht.
Ich habe derzeit verschiedene Rituale in mein Leben integriert und so hab ich für mich einen Weg gefunden, sie alle unter einen Hut zu bringen: ich beginne den Tag mit schreiben. Ich schreibe ca. 20 Minuten lang gleich nach dem Erwachen, oftmals noch im Bett liegend, alles, was mir in den Sinn kommt. Es ist eine sehr meditative Übung, bei der das Unterbewusstsein einiges ”ausspuckt” und ich will sie nicht mehr missen. Anschließend praktiziere ich die 5 Tibeter, diese Dinge mache ich natürlich im Fasten genauso. Und dann gings also los ….
Das Glaubersalz in einem Viertelliter warmen Wasser aufgelöst stürzte ich todesmutig runter – naja, es war halb so schlimm. Ich trank gleich Wasser mit bissl Zitronensaft nach und hatte keinen bösen Nachgeschmack. Die Wirkung ließ nicht lange auf sich warten.
Der erste Fastentag geht rasch vorüber mit viel trinken, Fastenbrühe kochen, zu Mittag eine Rast mit Leberwickel, eine unangenehme Sache erledigen, die ich schon lange machen wollte und viel Ruhe. Der Körper war schon sehr entspannt, der Geist noch etwas nervös. Ich war, trotzdem ich nicht viel gearbeitet oder gewerkt habe am Abend todmüde und schlief bereits um 21.00 ein!!