Ein Artikel in den Landwirtschaftlichen Mitteilungen am 15. August 2009 von Roman Musch.
Junger Hofübernehmer mit Visionen
Ins kalte Wasser gefallen und schwimmen gelernt: Christoph Zehrfuchs ist Junglandwirt
Christoph Zehrfuchs ist seit sechs Jahren Landjugendmitglied und seit zwei Jahren im Vorstand der Ortsgruppe Dechantskirchen. Er kam in den Vorstand gerade zu einer sehr schwierigen Zeit. Sein Vater Richard war an Krebs gestorben und er übernahm mit damals 22 Jahren den Betrieb. Der Tod seines Vaters kam jedoch nicht aus heiterem Himmel. Schon während seiner Raumberger Schulzeit begann die Krankheit. „Damals dachte ich noch, dass man das rausschneidet und damit ist es erledigt”, erinnert sich der heute 24-jährige. Der Feste Entschluss den Betrieb zu übernehmen war aber schon viel früher da.
Ein gemeinsames Jahr
Ohne den Willen des Sohnes hätte der Vater 2001 nicht in den neuen Geflügel-Mastelterntierstall investiert. Doch wegen der Krankheit musste Christoph Zehrfuchs früher als erwartet Entscheidungen treffen: „Nach dem Bundesheer hatte ich ein Jahr indem ich bereits die Verantwortung hatte und den Betrieb führen musste, ich aber noch meinen Vater fragen konnte, wenn ich nicht mehr weiter wusste.” Eine sehr wertvolle Zeit aus der der diplomierte Mentaltrainer auch für andere junge Hofübernehmer einen Rat ableiten kann: „Die Jungen müssen die Erfahrung der Eltern schätzen und die Eltern müssen dem Hofübernehmer echte Verantwortung geben.” Denn nur wer ohne Hilfe etwas auf die Beine stellt, schöpft daraus Motivation und Selbstbestätigung. „Auch Fehler gehören dazu aus denen man dann lernen kann”, stellt er fest. Das Vereinsleben ist Zehrfuchs auch sehr wichtig: „Das Vereinsleben taugt mir und man trifft auch andere Junglandwirte mit denen man sich aus tauscht.” Interessant sind vor allem die Junglandwirte, die voller Elan etwas aus ihrem Betrieb machen wollen und nicht nur so weiterwirtschaften wie bisher. Christoph Zehrfuchs hat Visionen von seinem Betrieb, die er aber knallhart durchkalkuliert. Arbeiten, die er nicht rationell selbst erledigen kann, vergibt er. Zum Beispiel die Waldarbeit, die er eigentlich gerne macht. Dennoch ist es wirtschaftlicher, wenn ein erfahrener Forstarbeiter den Wald auszeigt und die Bäume fällt, damit Zehrfuchs diese Zeit in andere Betriebszweige stecken kann. „Es bringt nichts wenn ich eine Arbeit nicht ordentlich erledigen kann. Weil halbe Arbeit ist ein größerer Schaden”, sagt Zehrfuchs.
Hoffest
Seinen Betrieb, seine Visionen und seine Lebensgeschichte präsentiert Christoph Zehrfuchs am 16. August bei seinem Hoffest in Kroisbach.
Roman Musch
BETRIEB
Christoph Zehrfuchs,
Kroisbach108,
8241 Dechantskirchen
Betriebszweige: GeflügelMastelterntierhaltung mit 4000 Zuchthennen, Obstbau ausschließlich Äpfel auf zwei Hektar, Waldwirtschaft auf 17 sowie Ackerbau auf 3,6 Hektar
Vorstand der GGÖ und der Landjugend Ortsgruppe Dechantskirchen sowie weitere Ehrenämter
Ausbildung: Obstbaufachschule Gleisdorf, Hblfa Raumberg-Gumpenstein, diplomierter Mentaltrainer

Christoph Zehrfuchs – Die Ausbildung gab ihm Kraft für neue Ziele.
Die Mentalakademie veranstaltet, in Kooperation mit dem LFI Stmk, speziell für LandwirtInnen, Diplom-Mentaltrainer-Ausbildungen.
Yep, he was a great man, great article, by the way!