Das Gehirn strukturiert sich permanent selbst, um dem Individuum ein Überleben zu ermöglichen. Es schafft sich ein eigenes Konstrukt der Welt, um damit arbeiten zu können. Damit macht es sich die Welt passend.
Das Hauptkriterium unseres „Weltbildes“ ist Überleben, nicht Wahrheit.
Es gibt kein objektives Wissen über die Welt, sondern immer nur unsere Wahrnehmung der Welt. Und diese Wahrnehmung der Dinge lässt sich stets nur mit unserer Wahrnehmung von den Dingen vergleichen, nicht mit den Dingen selbst.
In anderen Worten: Wir sind die Erfinder unserer Wirklichkeit und Verstehen heißt, sich eine Interpretation aufzubauen, die in bestimmten Situationen funktioniert.
Dadurch gewinnt der konstruktivistische Gedanke „es gibt keine Objektivität“, beziehungsweise auch das Zitat von Paul Watzlawick: „Die Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners“, ihre neurobiologische Rechtfertigung.