Angst, Freude, Liebe, Ärger, Wut oder Traurigkeit sind ganz normale menschliche Gefühle.
- Angst ist überlebenswichtig!
- Angst schützt uns vor Verletzungen!
Was sind Angststörung?
Angst zeigt uns auf, was wichtig ist, und zwar so wichtig, was wir es unter keinen Umständen verlieren möchten. Verlust von Leben, Gesundheit, Leistungsfähigkeit, Unabhängigkeit, Angehörige, materielle Güter, Zuneigung anderer Menschen u.a. können Gründe sein.
Angst wird biologisch gesteuert. Eine subjektive Bedrohungseinschätzung bewirkt eine Alarmreaktion des Körpers. Der Körper bereitet sich auf Kampf oder Flucht vor und reagiert ohne langes Nachdenken. Um der Gefahr möglichst schnell zu entkommen schlägt das Herz schneller, der Blutdruck steigt, die Atmung wird beschleunigt und die Muskeln werden angespannt.
Angststörung (neurotische Ängste, irrationale Ängste), treten scheinbar grundlos auf, kehren immer wieder und sind übermäßig ausgeprägt.
Immer mehr Menschen entwickeln panische Ängste vor und in Situationen, die objektiv gar nicht gefährlich sind. Sie erleben dabei physische Veränderungen am Körper, im Denken und Verhalten wie starke Unruhe, Herzrasen, Atembeschwerden, Schwindelgefühle, Hitzewallungen oder Kälteschauer, Angst vor Kontrollverlust, usw.
Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Angst nur bis zu einem bestimmten Ausmaß steigen kann und nach einiger Zeit wieder geringer wird.
Viele Betroffene entwickeln Strategien zur Vermeidung und beginnen Angst auslösenden Situationen aus dem Weg zu gehen, was erst recht zu einem Kreislauf von Angst vor der Angst führt und das soziale Leben oft noch mehr einschränkt.
Über die Entstehung von Angststörungen gibt es keine einheitliche Theorie. Biologische Anlagen, innerpsychische Konflikte, ängstliche Eltern und traumatisierende Erfahrungen können Faktoren sein, die zur Entstehung von Angst beitragen. Ängste spielen auch im Zusammenhang mit anderen psychischen Störungen wie z.B. Depression eine wichtige Rolle.
Was können Sie bei einer Angststörung tun?
Der erste wichtige Schritt ist das Erkennen, dass man unter einer Angststörung leidet.
Persönliche Fehldeutungen machen Panikattacken oft zu Herzanfällen oder anderen körperlichen Krankheiten, Phobien werden als berechtigt empfunden und die Einschränkungen als notwendiges Übel hingenommen. Tatsächlich ist die Grenze zwischen einer realistischen Angst und einer Phobie oft fließend.
Eine einfache Selbsthilfe-Aktion besteht z.B. darin, sich der angstauslösenden Situation bewusst auszusetzen und zu erfahren, dass die Angst nach einiger Zeit wieder abklingt und nichts wirklich passiert ist. Auch die Beobachtung der eigenen auslösenden Gedanken und deren Relativierung in der Realität kann hilfreich sein.
Therapeutische Interventionsmöglichkeiten
Wenn Selbsthilfeversuche nichts fruchten, nehmen Sie professionelle Hilfe in Anspruch! Bei der Behandlung von Angststörungen gibt es mehrere Ansätze, wobei mitunter auch eine Kombination aus medikamentöser, psycho- und sozialtherapeutischer Verfahren eingesetzt wird.
Im psychotherapeutischen Kontext können Sie mit professioneller Unterstützung mehr Einsicht in die Entstehung, Aufrechterhaltung und Funktion von Angststörungen gewinnen und Möglichkeiten finden, diese Ängste zu bewältigen. In der therapeutischen Beziehung können unbewusste Konflikte, die der Angst zugrunde liegen, bearbeitet werden. Häufig ist eine Konfrontation mit angstauslösenden Situationen mit therapeutischer Unterstützung hilfreich und notwendig.
Die Begleitung mit kognitivem Mentaltraining, kann eine psychotherapeutische Behandlung positiv unterstützen. Das Erlernen von verschiedenen Entspannungstechniken sowie die Auseinandersetzung mit Denkmustern, die Ängste aufrechterhalten, können in diesem Zusammenhang sehr wirksam sein.
Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen zum Thema Angst.
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Hallo, ich habe seit ca. 4 Monaten eine Angstidee entwickelt, in der ich mich im Garten erhängt habe. Die Situation wird noch verschärft, da ich mir in dieser Panik vorgestellt habe, daß mich meine Tochter (6 Jahre) dort findet. Eine wahrlich schlimme Situation. Ich würde das natürlich nie tun, weil ich meine Familie liebe. Habe noch einen kleinen Sohn. Es geht also hier um die Angst vor Kontrollverlust. Hat dies aber auch etwas mit meiner Tochter zu tun? Dies kommt mir während des Schreibens ziemlich absurd vor. Angst habe ich um Familie immer schon gehabt, als Vater ist das aber normal, da es sich um die üblichen Bedenken handelt. Aber diese Angst war mir fremd und ich habe sie nicht verstanden? ich habe dies akzeptiert, betreibe jetzt Sport, Entspannungsübungen, kann auch ruhig einschlafen und aufwachen, mache alles das, was ich vorher auch gemacht habe. Wenn da nicht dieser merkwürdige Gedanke wäre…
Hallo Jens,
danke für deinen Beitrag. Gut und verständlich geschildert.
Aus meiner Sicht, haben sie den wichtigsten und auch größten Schritt schon gemacht. Vielleicht können sie in einem guten Gespräch, mit einem Therapeuten ihres Vertrauens, auch noch diesen merkwürdigen Gedanken beseitigen.
Es gibt viele konstruktive Möglichkeiten, wie sie eine dauerhafte Lösung finden können. Nutzen sie eine Unterstützung von Fachleuten, die eine positive Psychologie vertreten.
Ich wünsche ihnen alles Liebe und, dass sie die Lösung finden.
Hermann
Hallo Herr Lorenz,
ich möchte Ihnen einen Rat geben!
Wie Sie wissen, sind einige Gedanken die Sie entwickelt haben, nun mal schlechte Gedanken.
Es gibt einen Weg, um dieses Gedankengebäude sterben zu lassen. Je mehr Sie darüber nachsinnen je mehr produzieren Sie neue negative Gedanken. Ich rede aus Erfahrung…
Lässt man sich auf diese Verhandlung mit seinen Gedanken ein, ist man verloren. Man muss einfach erkennen, dass diese Gedanken absolut schlecht sind und dann darf man sich auf keine Verhandlung mit diesen Gedanken einlassen. Die Angst verschwindet langsam.
Keine Verhandlung… dann gibt es auch keinen Nährboden für diese Gedanken. Selbst wenn der Gedanke Ruft! Ruhig bleiben, denn Sie sind größer als der Gedanke.
Ihnen alles Gute.
Christian