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Oftmals im Leben schaden wir uns selbst, indem wir uns oft übertriebene Sorgen machen, wir ernähren uns ungesund, haben vor Dingen Angst, die rational betrachtet ungefährlich sind, oder wir rasten wegen Kleinigkeiten unseren Lieben gegenüber aus….ja, es gibt viele Möglichkeiten.
Tun wir das wirklich vorsätzlich? Natürlich wollen wir uns nicht gezielt schaden, wozu also tun wir solche Dinge?
Warum verhalten wir uns wieder und wieder auf eine bestimmte Weise?
Wie lässt sich selbstschädigendes Verhalten verstehen und auflösen?

Die Methode der wertschätzenden Kommunikation geht davon aus, dass hinter jedem selbstschädigendem Verhalten ein unerfülltes Bedürfnis steht, und der Wunsch nach Erfüllung – also eine gute Absicht.
Wenn ich mir also übertriebene Sorgen mache, dann versuche ich dadurch vielleicht, schlimme Dinge im Vorfeld zu erkennen um diese dann verhindern zu können oder mir Enttäuschungen zu ersparen. Wenn ich mich ungesund ernähre, indem ich z. B. zu viele Süßigkeiten esse, dann ist die gute Absicht dahinter, das wunderbare Gefühl zu erleben, das Schokolade mit sich bringt. Oder wenn ich einen Streit vom Zaun breche, dann ist die gute Absicht möglicherweise, Ärger herauszulassen und mich belastende Aggressionen loszuwerden, also Dampf abzulassen.
Wir wollen also mit dem was wir tun, etwas Gutes für uns erreichen, (oft unbewusst). Dahinter steht eine gute Absicht, auch wenn wir uns damit eigentlich schaden.
Haben wir das erst einmal erkannt, haben wir auch die Möglichkeit zur Veränderung des unerwünschten Verhaltens und können es auflösen und wegtrainieren.
Wenn ich z. B. merke, dass ich immer zu viel esse, wenn ich Stress habe, kann ich mir andere Möglichkeiten zur Stressbewältigung einfallen lassen, die letztlich sogar viel besser funktionieren (z. B. Sport, Entspannung, Mentaltraining, Hobby…). So habe ich die Chance, mich selbst besser kennen zu lernen und zu verstehen.
Vielleicht haben Sie schon mal im Fernsehen gesehen, wie ein kleiner Junge der Mutti eine Freude machen und ihr einen Kuchen backen wollte. Und hinterher sah die Küche aus, als wäre ein Wirbelsturm durch die Küche gefegt.  Der kleine Junge wollte seiner Mutti nur etwas Gutes tun. Aber,… na ja,… zwischen guter Absicht und einem guten Ergebnis gibt es eben einen großen Unterschied.
Und wir sind eben oft auch genau wie der kleine Junge. Wir wollen etwas Gutes. Aber am Ende ist die Küche verwüstet. Sollten wir dem kleinen Jungen deswegen böse sein, wo er in seiner kindlichen Liebe doch nur der Mutti eine Freude machen wollte?
Wenn Sie das nächste Mal etwas tun, mit dem Sie sich selbst das Leben schwer machen, dann fragen Sie sich, was die gute Absicht hinter Ihrem Verhalten ist und würdigen Sie diese gute Absicht dann. Klopfen Sie sich ruhig mal selbst anerkennend auf die Schulter und dann überlegen Sie sich, wie Sie das was Sie erreichen wollten auf eine noch bessere Art erreichen könnten, ohne sich dabei selbst zu schaden.
Ist das nicht eine viel schönere Art mit uns selbst umzugehen?
Gabriele Radl

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